Was bedeutet Gewaltprävention?
Gewaltprävention heißt, Gewalt zu verhindern, bevor sie passiert. Für Kinder und Jugendliche bedeutet das: Gefahr früh bemerken, mit Körpersprache und klaren Worten Grenzen setzen, Abstand halten, weggehen und Hilfe holen. Körperliche Abwehr kommt erst ganz am Schluss, wenn nichts anderes mehr geht.
Das klingt unspektakulär, und genau darum geht es. Viele Konflikte auf dem Schulhof, an der Bushaltestelle oder im Klassenchat lassen sich entschärfen, lange bevor jemand schubst oder zuschlägt. Wer das kann, muss sich viel seltener wehren.
Stell dir Gewaltprävention wie eine Treppe vor. Auf jeder Stufe kannst du die Situation beenden:
- Du bemerkst früh, dass etwas nicht stimmt. Eine Gruppe starrt rüber, ein Ton kippt, ein Chat wird gemein.
- Du zeigst mit deiner Haltung, dass du kein leichtes Ziel bist. Du stehst aufrecht, schaust nach vorn, deine Hände sind ruhig.
- Du sagst klar, was du willst. Kurz, laut genug und ohne Beleidigung.
- Du hältst Abstand, mindestens eine Armlänge, lieber mehr.
- Du gehst weg. Das fühlt sich manchmal wie Verlieren an, ist aber fast immer die klügste Entscheidung.
- Du holst Hilfe, zum Beispiel bei einer Lehrkraft, beim Busfahrer oder bei Erwachsenen in der Nähe. Im Notfall wählst du die 110.
- Erst wenn du angegriffen wirst und nicht wegkommst, wehrst du dich körperlich. So kurz und so stark wie nötig, um wegzukommen.
Woran erkennst du, dass ein Streit eskaliert?
Gewalt kommt selten aus dem Nichts. Meist baut sie sich in Stufen auf, und jede Stufe hat ihre eigenen Zeichen. Eine vereinfachte Leiter sieht so aus:
- Spannung. Blicke, Getuschel, jemand sucht offensichtlich Streit. Ein typischer Satz ist „Was guckst du?“.
- Provokation mit Worten. Beleidigungen, Sprüche über dich oder deine Familie, Lachen auf deine Kosten. Oft kommen jetzt Zuschauer dazu.
- Drohung und Raum nehmen. Die andere Person kommt näher, macht sich groß und zeigt mit dem Finger auf dich. Freunde stellen sich dazu oder hinter dich, und dein Weg nach draußen wird enger.
- Erste Berührung. Schubsen, an der Jacke ziehen, die Mütze oder das Handy wegnehmen. Das ist bereits Gewalt.
- Angriff mit Schlägen, Tritten oder Festhalten.
Der beste Moment zum Gehen liegt zwischen Stufe 2 und Stufe 3. Danach wird es schwieriger, weil die andere Person schon in deinem Raum steht und vor Publikum nicht mehr zurückwill.
Warnsignale am Körper
Achte weniger auf Worte als auf den Körper. Kurz bevor jemand handgreiflich wird, verändert sich oft etwas: Das Gesicht wird rot oder plötzlich blass, die Hände ballen sich, der Kiefer spannt sich an. Manche hören mitten im Satz auf zu reden, schauen sich nach Zeugen um oder legen Jacke und Rucksack ab. Wenn du so etwas siehst, ist die Zeit fürs Reden vorbei. Dann zählen nur noch Abstand und Weggehen.
Im Klassenchat geht es schneller
Online gibt es dieselben Stufen, nur ohne Pause dazwischen. Erst kommt ein blöder Kommentar, dann ein Screenshot, der weitergeschickt wird, dann eine Gruppe, in der alle mitlachen. Rückzug heißt hier: nicht zurückschreiben, Screenshots sichern, einem Erwachsenen Bescheid geben. Bei Cybermobbing bekommst du bei juuuport.de kostenlose und vertrauliche Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Was Eltern und Schule bei Mobbing tun können, steht im Ratgeber Mobbing in der Schule.
Wie deeskalierst du einen Konflikt?
Deeskalieren heißt, Druck aus einer Situation zu nehmen, ohne dich kleinzumachen. Dafür brauchst du deine eigene Ruhe, eine klare Haltung und ein paar Sätze, die du vorher geübt hast.
Erst dich selbst beruhigen
Wenn dich jemand anpöbelt, schießt der Puls hoch. Das ist normal und hat nichts mit Feigheit zu tun. Eine einfache Atemtechnik hilft, wieder klarer zu denken: vier Sekunden einatmen, vier Sekunden die Luft halten, vier Sekunden ausatmen, vier Sekunden halten. Schon zwei oder drei Runden können reichen, damit die Stimme nicht mehr zittert. Üb das zu Hause, dann klappt es auch, wenn es darauf ankommt.
Die Haltung: ruhig und bestimmt
Stell dich leicht seitlich hin, ein Fuß etwas vor dem anderen, die Knie locker. Heb die Hände mit offenen Handflächen auf Brusthöhe, als wolltest du sagen: „Langsam.“ So wirkst du nicht aggressiv, und deine Hände sind trotzdem dort, wo du sie brauchst, falls doch etwas passiert. Schau der Person ins Gesicht, ohne sie anzustarren. Wie du diese Ausstrahlung auch im Alltag aufbaust, liest du im Ratgeber Selbstbewusstsein stärken.
Sätze, die funktionieren
Kurz ist besser als klug. In einer angespannten Situation hört niemand langen Erklärungen zu. Diese Sätze kannst du dir merken:
- „Stopp. Lass mich in Ruhe.“
- „Ich will keinen Stress. Ich gehe jetzt.“
- „Bleib da stehen. Komm nicht näher.“
- „Okay, ist gut. Ich bin weg.“ Damit lässt du der anderen Person ihr Gesicht, gerade wenn Zuschauer dabei sind. Wer vor seinen Freunden nicht als Verlierer dastehen muss, lässt eher los.
- „Hören Sie auf, ich kenne Sie nicht!“ Fremde Erwachsene siezt du laut. So merken Umstehende sofort, dass hier kein Streit unter Bekannten läuft.
- „Sie mit dem blauen Rucksack, holen Sie bitte Hilfe!“ Sprich Menschen in der Nähe direkt an. Auf ein allgemeines „Hilfe!“ reagiert oft niemand, weil sich keiner gemeint fühlt.
Was du besser lässt
Beleidigen, auslachen, mit dem Finger zeigen oder die andere Person anfassen gießt Öl ins Feuer. Dasselbe gilt für Freunde, die anfeuern oder filmen. Und wenn du merkst, dass du selbst wütend wirst, darfst du auch dann einfach gehen. Du musst niemandem etwas beweisen.
Übung: Stopp sagen und Abstand halten
Diese Übung dauert etwa zehn Minuten und braucht nur eine zweite Person, zum Beispiel Mutter, Vater, Geschwister oder eine Freundin. Sie trainiert genau das, was in echten Situationen am schwersten fällt: laut werden und stehen bleiben.
- Stellt euch mit etwa drei großen Schritten Abstand gegenüber.
- Atme zweimal nach dem 4-4-4-4-Muster: einatmen, halten, ausatmen, halten, jeweils vier Sekunden lang.
- Geh in die Schrittstellung. Ein Fuß steht etwas vorn, die Knie sind locker, das Gewicht liegt auf beiden Beinen.
- Heb die Hände mit offenen Handflächen auf Brusthöhe, als würdest du eine Glasscheibe vor dir halten.
- Deine Übungspartnerin oder dein Übungspartner geht langsam auf dich zu. Sobald die Person näher als eine Armlänge kommt, sagst du laut und aus dem Bauch heraus: „Stopp! Bleib stehen!“ Dabei schaust du ihr ins Gesicht.
- Die Person bleibt sofort stehen. Wiederholt das fünfmal.
- Jetzt wird es schwieriger: Die Person kommt mit einem Spruch auf dich zu, etwa „Hast du ein Problem?“. Du bleibst bei deinem Satz und lässt dich nicht in eine Diskussion ziehen.
- Zum Schluss übst du den Rückzug. Nach dem „Stopp“ gehst du zwei Schritte zurück, drehst dich zur Seite und gehst zügig weg.
Viele Kinder und Jugendliche sagen „Stopp“ am Anfang so leise, dass es wie eine Frage klingt. Das ist völlig normal. Lacht ruhig zwischendurch, aber übt so lange, bis das Wort wirklich nach Grenze klingt.
Zivilcourage: Wie hilfst du, ohne dich selbst zu gefährden?
Stell dir vor, an der Bushaltestelle wird ein jüngerer Schüler von drei Älteren bedrängt. Sie nehmen ihm die Mütze weg und schubsen ihn herum. Was kannst du tun, wenn du 13 bist und allein?
Auf keinen Fall solltest du dich dazwischenwerfen. Helfen heißt nicht, selbst zu kämpfen. Die Polizei hat für ihre Kampagne Aktion-tu-was sechs Regeln formuliert, die sich gut merken lassen. Sinngemäß lauten sie:
- Hilf, aber bring dich dabei nicht in Gefahr.
- Ruf die Polizei unter 110.
- Bitte andere Menschen, mitzuhelfen.
- Merk dir, wie die Täter aussehen: Kleidung, Größe, Haare, Fluchtrichtung.
- Kümmere dich um die Person, die angegriffen wurde.
- Sag als Zeugin oder Zeuge aus.
An der Bushaltestelle heißt das: Du bleibst auf Abstand, rufst laut „Lasst ihn in Ruhe!“ und sprichst gezielt Erwachsene an. Oft hilft es auch, dich an die bedrängte Person zu wenden und die Angreifer zu ignorieren: „Hey, da bist du ja. Komm, unser Bus kommt gleich.“ So holst du sie aus der Situation, ohne jemanden herauszufordern. Wird es gefährlich, wählst du die 110 und sagst, wo du bist und was passiert.
Filmen ist keine Hilfe. Ein Handy, das auf eine Schlägerei gerichtet ist, kann die Stimmung zusätzlich anheizen. Nutz es lieber zum Telefonieren.
Was sagt das Gesetz zu Notwehr und Hilfeleistung?
Viele Jugendliche fragen sich, ob sie überhaupt zurückschlagen dürfen. Die kurze Antwort: Wer angegriffen wird, darf sich wehren. Es gibt aber Grenzen. Die folgenden Erklärungen sind vereinfacht und keine Rechtsberatung.
Notwehr und Nothilfe
Nach § 32 Strafgesetzbuch handelt nicht rechtswidrig, wer sich gegen einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff verteidigt. Gegenwärtig heißt: Der Angriff passiert gerade oder steht unmittelbar bevor. Die Verteidigung muss erforderlich sein. Von mehreren Möglichkeiten, die den Angriff sicher beenden, musst du also die mildeste wählen. Das gilt auch, wenn du einer anderen Person hilfst. Juristen nennen das Nothilfe.
Keine Notwehr ist es, wenn du zurückschlägst, obwohl der andere schon weggeht, oder wenn du dich am nächsten Tag rächst. Dann bist du selbst der Angreifer. Kinder unter 14 Jahren gelten nach § 19 StGB als schuldunfähig. Ab 14 kannst du für eine Straftat zur Verantwortung gezogen werden.
Wer aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken über das Nötige hinausgeht, wird nach § 33 StGB nicht bestraft. Das klingt beruhigend, ist im Einzelfall aber kompliziert. Darauf verlassen solltest du dich nicht.
Helfen ist Pflicht, Heldentum nicht
Nach § 323c StGB macht sich strafbar, wer bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not nicht hilft, obwohl Hilfe erforderlich und zumutbar wäre. Zumutbar ist sie laut Gesetz ausdrücklich nicht, wenn du dich dabei erheblich selbst gefährden würdest. Niemand muss sich also in eine Schlägerei werfen. Den Notruf wählen oder Erwachsene holen kannst du aber fast immer.
Macht Kampfsport Kinder aggressiver?
Die Frage ist berechtigt, und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie unterrichtet wird. Ein Training, in dem es nur ums Gewinnen und Draufhauen geht, kann Kinder wilder machen. Ein gut geführtes Training bringt ihnen das Gegenteil bei.
In einem guten Dojo gelten Regeln, die es auf dem Schulhof nicht gibt. „Stopp“ heißt sofort aufhören. Wer mit einem Partner übt, ist für dessen Sicherheit mitverantwortlich. Kraft wird dosiert, und Techniken werden langsam geübt, bevor sie schneller werden. Wer sich nicht an die Regeln hält, setzt aus. Kinder lernen dabei, dass Stärke und Selbstbeherrschung zusammengehören.
Bei BoGi SV lautet der Leitsatz „Respekt ist die Basis, der Wille ist der Weg.“ Im Kurs Instinct Fighting Jugendliche gehören deshalb Themen wie Grenzen erkennen und Konflikte friedlich lösen genauso zum Training wie Partnerübungen und altersgerechte Szenarien.
Woran du als Elternteil ein gutes Training erkennst:
- Die Trainer greifen sofort ein, wenn jemand grob wird oder andere auslacht.
- Weggehen und Hilfe holen sind fester Teil des Trainings.
- Die Partner wechseln regelmäßig, und Größere üben rücksichtsvoll mit Kleineren.
- Niemand wird vorgeführt oder bloßgestellt.
- Du darfst Fragen stellen und bekommst klare Antworten.
Am einfachsten findest du das in einem kostenlosen Probetraining heraus. Wie Selbstverteidigung insgesamt aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Selbstverteidigung lernen.
Gewaltprävention an Schulen: ein Präventionstag mit BoGi SV
Dieser Abschnitt richtet sich an Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Elternbeiräte. Für Schulen bieten wir Selbstverteidigung und Gewaltprävention als Projekttag, als AG oder in regelmäßigen Einheiten an. Wir kommen zu Ihnen in die Schule, oder Ihre Klasse trainiert bei uns im Dojo in Mömlingen bei Aschaffenburg. Zu unseren Referenzen gehört die Realschule Großostheim.
Rahmen und Kosten
Eine Gruppe hat höchstens 20 Teilnehmende und wird von zwei Trainern betreut. So kann bei den Partnerübungen jedes Paar korrigiert werden, und ein Trainer hat Zeit für Schülerinnen und Schüler, die sich am Anfang schwertun. Die Kosten liegen bei 15 € pro Teilnehmer, für eine volle Gruppe von 20 also bei 300 €.
So kann ein Präventionstag aussehen
Den genauen Ablauf stimmen wir vorher mit Ihnen ab, je nach Alter, Situation in der Klasse und verfügbarer Zeit. Ein typischer Aufbau:
- Vorgespräch mit Ihnen: Was ist in der Klasse los? Gibt es Themen wie Ausgrenzung, Stress im Klassenchat oder Angst auf dem Heimweg?
- Einstieg und Regeln. Wir erklären, worum es geht, und vereinbaren eine Regel, die den ganzen Tag gilt: „Stopp“ heißt sofort aufhören.
- Wahrnehmung und Körpersprache mit Übungen zu Haltung, Abstand und Stimme, darunter die Stopp-Übung aus diesem Ratgeber.
- Deeskalation im Rollenspiel. Die Jugendlichen spielen Szenen vom Schulhof, aus dem Bus oder aus dem Chat selbst durch.
- Einfache Abwehr: altersgerechte Befreiungen und Schutzhaltungen mit Partner, langsam und kontrolliert.
- Recht in einfachen Worten. Was ist Notwehr, und was sollte ich als Zeugin oder Zeuge tun?
- Abschlussrunde: Was nehme ich mit, und an wen wende ich mich, wenn etwas passiert?
Ein Präventionstag stärkt die einzelnen Schülerinnen und Schüler. Er ersetzt kein Konzept der Schule gegen Mobbing und keine pädagogische Begleitung. Am meisten bringt er, wenn Sie die Themen danach im Unterricht wieder aufgreifen. Wer tiefer einsteigen möchte, findet im Eskalationsmodell des Konfliktforschers Friedrich Glasl mit seinen neun Stufen eine gute Grundlage für Gespräche in der Klasse.
Alle Details und eine Anfragemöglichkeit finden Sie auf der Seite Selbstverteidigung für Schulen. Stefan Bott und Heiko Giegerich erreichen Sie auch direkt unter 0178 400 3237 oder per E-Mail an bogi.selbstverteidigung@gmail.com.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Gewaltprävention und Selbstverteidigung?
Gewaltprävention setzt früher an. Sie umfasst alles, was verhindert, dass es überhaupt zu Gewalt kommt: Gefahren erkennen, Körpersprache, klare Worte, Abstand, Weggehen und Hilfe holen. Selbstverteidigung schließt das ein und geht weiter, bis zur körperlichen Abwehr für den Fall, dass ein Angriff nicht mehr zu vermeiden ist. Gute Selbstverteidigungskurse unterrichten beides und behandeln die körperliche Abwehr als letztes Mittel.
Ab welchem Alter ist Gewaltprävention für Kinder sinnvoll?
Schon im Grundschulalter. Sechsjährige können lernen, laut „Stopp“ zu sagen, Abstand zu halten und Erwachsene um Hilfe zu bitten. Mit dem Alter ändern sich die Themen: Bei Jüngeren geht es um Grenzen und Selbstvertrauen, bei Jugendlichen kommen Gruppendruck, Klassenchat und der Heimweg am Abend dazu. Bei BoGi SV trainieren Kinder von 6 bis 11 Jahren bei den Instinct Fighting Minis, Jugendliche von 11 bis 17 in einem eigenen Kurs.
Darf ich mich wehren, wenn ich auf dem Schulhof angegriffen werde?
Ja. Nach § 32 StGB darfst du dich gegen einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff verteidigen, und zwar so, wie es nötig ist, um ihn zu stoppen. Sobald der Angriff vorbei ist, endet das Notwehrrecht. Nachtreten oder Rache am nächsten Tag sind nicht erlaubt. Sag nach jedem Vorfall einer Lehrkraft Bescheid, auch wenn du dich erfolgreich gewehrt hast. Diese Erklärung ist vereinfacht und keine Rechtsberatung.
Muss ich eingreifen, wenn jemand verprügelt wird?
Du musst helfen, aber nicht kämpfen. § 323c StGB verlangt Hilfe nur, wenn sie zumutbar ist, und das ist sie nicht, wenn du dich dabei erheblich selbst gefährden würdest. Helfen kannst du fast immer: die 110 anrufen, Erwachsene gezielt ansprechen, dir Merkmale der Täter einprägen und dich um die verletzte Person kümmern, sobald die Angreifer weg sind.
Wie reagiere ich, wenn mich eine Gruppe provoziert?
Bleib ruhig, halte Abstand und such dir einen Weg nach draußen, bevor jemand näher kommt. Antworte kurz, etwa mit „Ich will keinen Stress, ich gehe jetzt“, und lass dich nicht auf Diskussionen ein. Geh dorthin, wo andere Menschen sind, zum Beispiel in einen Laden, zum Busfahrer oder zu einer Gruppe Erwachsener. Wenn dir jemand folgt oder dich festhält, ruf laut um Hilfe und wähle die 110.
Was kann ich tun, wenn mein Kind sich nicht traut, Stopp zu sagen?
Üb es zu Hause, in kleinen Schritten und ohne Druck. Fang spielerisch an: Dein Kind darf dich mit einem lauten „Stopp!“ anhalten, wenn du auf es zugehst. Lob die Lautstärke, nicht die Perfektion. Schüchterne Kinder brauchen oft viele Wiederholungen, bis sich das Wort gut anfühlt. Ein Training in der Gruppe hilft zusätzlich, weil Kinder dort sehen, dass auch die anderen erst üben müssen.
Was kostet ein Präventionstag für Schulen bei BoGi SV?
Ein Präventionstag oder eine Einheit für Schulen kostet 15 € pro Teilnehmer. Eine Gruppe hat höchstens 20 Schülerinnen und Schüler und wird von zwei Trainern betreut. Das Training kann in der Schule stattfinden oder im Dojo in Mömlingen bei Aschaffenburg. Neben Projekttagen sind auch AGs und regelmäßige Einheiten möglich. Den Ablauf stimmen Stefan Bott und Heiko Giegerich vorher mit der Schule ab.
